Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
  • Schriftgröße normal
  • Schriftgröße mittel
  • Schriftgröße maximal

Diabetes Typ 2: Tablettentherapie mit Glitazone/Insulinsensitizer



In der Tablettentherapie von Diabetes Typ 2 wird auch die Substanzgruppe der Glitazone eingesetzt – bekannter Vertreter ist Pioglitazon. Die chemische Bezeichnung für diese Stoffgruppe lautet Thiazolidindione. Ihrer Wirkung nach werden sie auch als Insulinsensitizer bezeichnet, denn sie erhöhen die Ansprechbarkeit des Gewebes für Insulin – machen es sozusagen „sensibler“ für Insulin.

Pioglitazon ist – nachdem andere Vertreter dieser Gruppe vom Markt genommen wurden – das einzige in Deutschland zugelassene Glitazon. Sein Stellenwert bei der Therapie des Diabetes Typ 2 hat abgenommen, da es bei gesetzlich Versicherten nicht mehr von der Krankenkasse erstattet wird, da aufgrund einer Häufung von Nebenwirkungen Zweifel am Nutzen des Medikaments aufgekommen sind. Der Beurteilungsbericht der European Medicines Agency hat jedoch ergeben, das Medikament auf dem Markt zu belassen, da der Nutzen die Risiken überwiegt.

Wirkmechanismus: Wie senken Glitazone den Blutzucker?

Glitazone mindern die Insulinresistenz, die bei Diabetes Typ 2 meist im Vordergrund steht. Das bedeutet, sie verbessern die Insulinwirkung und damit die Glukoseaufnahme in Muskel-, Fett- und Leberzellen. Dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel. Aufgrund dieses Wirkmechanismus spricht man auch von Insulinsensitizern („Insulin-Empfindlichmachern“). Außerdem verbessern Glitazone die Blutfettwerte, erhöhen das gute HDL-Cholesterin und senken die Triglyceride.

Indikation: Für wen sind Glitazone geeignet?

Pioglitazon wird bei Diabetes Typ 2 eingesetzt, wenn allein durch Diät und Bewegung keine ausreichende Blutzuckereinstellung erreicht werden konnte und die Monotherapie nicht mit Metformin durchgeführt werden kann. Das Medikament kann aber auch mit Metformin und/oder Sulfonylharnstoffen als Zwei- oder Dreifachkombination angewandt werden. Haben Patienten mit Diabetes auch ein metabolisches Syndrom, profitieren sie doppelt von der Therapie mit Pioglitazon: Pioglitazon senkt neben dem Blutzucker auch die Blutfettwerte. Glitazone sind aufgrund eines praktisch nicht vorhandenen Unterzuckerungsrisikos besonders geeignet für berufstätige Diabetiker.

Kontraindikationen: Wann dürfen Diabetespatienten Glitazone nicht einnehmen?

Pioglitazon darf nicht bei einer bekannten Überempfindlichkeit auf Glitazone, jeglicher Art von Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Blasenkrebs oder Leberfunktionsstörungen eingenommen werden. Außerdem dürfen Glitazone nicht zur Diabetestherapie während der Schwangerschaft und Stillzeit angewandt werden.

Nebenwirkungen: Welche treten unter Glitazonen auf?

Pioglitazon kann zu einer Gewichtszunahme führen, die durch Fetteinlagerungen, aber vor allem durch Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) entstehen kann. In einigen Fällen ist sie Ausdruck einer sich verschlechternden Herzinsuffizienz. Auch wurden unter der Therapie vermehrt Knochenbrüche bei Frauen – nicht aber bei Männern – beobachtet. Etliche weitere Nebenwirkungen sind möglich, sodass bei der Anwendung von Pioglitazon eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig ist.
Autoren und Quellen
Weiterführende Themen